VBRG-Mitgliedsorganisationen stellen Jahresbilanzen 2018 vor

04.03.2019

Um der Öffentlichkeit und Medien einen Überblick über die von den unabhängigen Opferberatungsstellen registrierten rechten, rassistischen und antisemitischen Angriffe, Bedrohungen und existenzgefährdender Sachbeschädigungen zu ermöglichen, veröffentlichen die im VBRG zusammengeschlossenen Projekte im März die jeweiligen Jahresbilanzen ihres Monitorings für 2018.

Die Opferberatungsstellen in Berlin, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern haben am 6. März ihre Jahresbilanzen 2018 vorgestellt: Einen Anstieg rassistischer, rechter und antisemitischer Gewalt im Vergleich zum Vorjahr auf 309 Angriffe hat ReachOut in Berlin registriert. Damit ereignen sich in Berlin nahezu täglich rassistisch oder rechts motivierte Gewalttaten, Bedrohungen und schwere Sachbeschädigungen. In Brandenburg hat der Verein Opferperspektive Kenntnis von 174 rechts, rassistisch und antisemitisch motivierten Angriffen in 2018 und stellt fest: „Rechte Gewalt ist Normalität in Brandenburg“. Insgesamt 96 Angriffe wurden in Mecklenburg-Vorpommern gezählt. Dort sind die Fallzahlen gegenüber dem Vorjahr zwar leicht gesunken, dafür habe aber die Brutalität der Angriffe zugenommen, so die Opferberatungsstelle Lobbi. Außerdem seien besonders viele Kinder betroffen: 32 der 180 Betroffenen waren zum Zeitpunkt des Angriffs unter 18 Jahre alt, die Hälfte von ihnen sogar unter 14. In Sachsen zählte die Beratungsstelle SUPPORT des RAA Sachsen e.V. 317 rechtsmotivierte und rassistische Angriffe. Damit stieg die Zahl im Vergleich zum Vorjahr (229) um 38%. Von den Angriffen sind 481 Personen direkt betroffen gewesen, davon 65 Kinder und 18 Jugendliche. Der Schwerpunkt der Gewalt lag 2018 in der Stadt Chemnitz (79), wo sich die Zahl der Angriffe im Vergleich zum Vorjahr (20) vervierfachte. Die Beratungsstelle hebt außerdem hervor, dass der 27-jährige Christopher W. das 17. Todesopfer rechter Gewalt in Sachsen seit der Wiedervereinigung ist. Er wurde am 17. April 2018 von drei Tätern, die der rechten Szene zuzuordnen sind, brutal getötet.

In allen vier Bundesländern überwiegt Rassismus als Tatmotiv.

Am Mittwoch, den 27. März publiziert ezra, die Beratung für Betroffene rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt in Thüringen, ihre Jahresbilanz 2018. Ende März werden auch die Opferberatung Rheinland, zebra e.V. in Schleswig-Holstein und die Mobile Opferberatung in Sachsen-Anhalt einen Jahresrückblick 2018 öffentlich vorstellen. Für München hat die Beratungsstelle before e.V. schon eine Bilanz der Entwicklung rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt und Diskriminierung in der bayrischen Landeshauptstadt im Jahr 2018 vorgelegt und einen Anstieg der Beratungsfälle mit einem Schwerpunkt auf Rassismus als Tatmotivation festgestellt.

Hier finden Sie die schon vorliegenden Jahresbilanzen 2018: